Sofia Symphonics ernten Standing Ovation
von Stephan Herbert Fuchs 23.11.2025
Ein spektakuläres Weihnachtskonzert mit Chor und Orchester der Sofia Symphonics unter der Leitung von Ljubka zu Guttenberg hat in der Kulmbacher Stadthalle begeistert.
Auch wenn die Adventszeit noch gar nicht angefangen hat: Am Samstagabend konnte man in der nahezu ausverkauften Dr.-Stammberger-Halle schon so etwas wie den Duft von Äpfeln und Nüssen vernehmen. Zumindest akustisch, denn Chor und Orchester der Sofia Symphonics unter der Leitung von Ljubka zu Guttenberg sorgten unter dem Motto „Ein Wintermärchen“ mit einem vorgezogenen Weihnachtskonzert (https://www.kurier.de/thema/Weihnachtskonzert) für festliche Stimmung.
Zupackend alles im Griff: Ljubka zu Guttenberg hat einmal mehr überzeugt. Foto: shf
Tosender Applaus
Es hätte noch lange so weitergehen können. Mit Standing Ovations, Jubelrufen und tosendem Applaus wurde die prominente Dirigentin aus dem Kulmbacher Land gefeiert. Sie hatte das Konzert perfekt zusammengestellt. Da gab es geistliche Klänge, populäre Melodien, Weihnachtslieder und Kompositionen von Bach über Mozart, Mascagni bis hin zu Rimski-Korsakow, die aufgrund ihres Charakters hervorragend in die Zeit passten. Ljubka zu Guttenberg hatte auf ein ausgedrucktes Programm verzichtet, die Dirigentin führte stattdessen kenntnisreich, lehrreich und unterhaltsam durch das Programm.
Bunt gemischte Werke
Weihnachten ohne Musik, das ist undenkbar. Musik vereint die ganze Familie, wie sonst während des Jahres nicht und sorgt für die perfekte Vorbereitung auf das Fest. „Jauchzet, frohlocket“, aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach gehört genauso dazu wie „Rudolph the red nosed reindeer“. „Ave Maria“ in der Version von Franz Schubert, hervorragend interpretiert von der Solistin Emilia Kircheva ebenso wie die „Petersburger Schlittenfahrt“ oder ein verjazztes „Jingle Bells“ mit beinahe unzähligen Takt- und Tempowechseln. Mit dieser geschickten Mischung von bekannten und selten gespielten Werken sorgten Musiker, Sänger und die Dirigentin für die perfekte Einstimmung auf die Adventszeit.
Beeindruckende Arrangements
Da gab es absolut vertraute Klänge, wie etwa die Weihnachtslieder „In dulci jubilo“ oder „Adeste Fideles“, dargeboten in beeindruckenden und effektvollen Arrangements, bei denen sich Chor und Orchester abwechseln, auf höchstem Niveau. Ljubka zu Guttenberg spannte den Bogen aber noch viel weiter von Antonio Vivaldis „Winter“ aus den berühmten „Vier Jahreszeiten“ mit Konzertmeisterin Galina Christopher als Violinsolistin über Klassiker und Romantiker wie dem Blumenwalzer aus Peter Tschaikowskys „Nussknacker“-Ballett bis hin zu den traditionellen deutschen Weihnachtsliedern („Stille Nacht“ als Zugabe). Ein weiterer Höhepunkt des Konzertes war die Aufführung des langsamen Satzes aus dem Klarinettenkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart mit dem hervorragenden Mikhail Zhikov, der die Komposition in ein atemberaubendes Piano tauchte.
Das musikalisch-technische Niveau des Orchesters war dabei durchgängig hoch. Der Klangkörper musizierte von Anfang bis Ende mit größter Sorgfalt und Differenziertheit und stets wohltuend geschmackvoll. Der souveräne Chor sang in wunderbar dezentem Piano transparent, schlank und textverständlich. Ljubka zu Guttenberg hat das alles frisch und zupackend im Griff. Gerne zielt sie auch mal auf den einen oder anderen Effekt ab, aber genau das ist es ja auch, was man bei einem solchen Konzert mit einem derart populären Programm erwartet.
Gutes tun in schweren Zeiten
„Den Menschen durch die Musik etwas Gutes zu tun“, das war das Ziel von Ljubka zu Guttenberg. Gerade in schwierigen Zeiten bräuchten die Menschen positive Emotionen. Wie anders sollten sie diese bekommen als durch die Macht der Musik. Dabei lässt Ljubka zu Guttenberg auch ganz persönliche Einblicke zu. Zuhause in Guttenberg sei gerade zur Advents- und Weihnachtszeit immer sehr viel gesungen und musiziert worden. Ihren Kindern habe sie auch immer gerne Geschichten vorgelesen.
Nun sind die Kinder groß, Sohn Johann war sogar im Publikum. Ihre weitere Liebe gehört dem Kulmbacher Land: „Hier zu leben, das ist wirklich ein Geschenk“, sagt sie. Geprobt wurde für das Konzert aber trotzdem in der bulgarischen Hauptstadt, der Heimat der Sofia Symphonics. Sänger und Musiker waren eigens für den Kulmbacher Auftritt nach Oberfranken gereist.